So ein Hundeleben
Ich mag Hunde. Ich akzeptiere sie als unsere Mitgeschöpfe. Was spielt sich in der Hundewelt eigentlich so alles ab? Wissen wir das? Mein Gott, verfügen unsere vierbeinigen Freunde über ein reichhaltiges Innenleben! Geh'nur mal mit einem (oder gar zwei) Welpen spazieren in einer dicht bewohnten Gegend, in der auch zwangsläufig Hunde mit den Menschen leben. 
Was entsteht da immer für ein fröhlicher Klamauk, wenn wir - (meine erwachsene Tochter, die die Halterin ist, und ich) - manchmal auch nur ich - mit beiden Welpen (Bruder und Schwester) Gassi gehen in einer bevölkerungsdichten Großstadtgegend. Wir kommen uns in etwa vor wie der Rattenfänger von Hameln - nur - die Geschöpfe, die uns folgen, sind Hunde - große, kleine, dicke, dünne, Edelrasse, Mischlinge und so weiter. Wohlerzogene Hunde, die ohne Leine neben Frauchen oder Herrchen spazieren gehen dürfen, büxen einfach aus. Schlimm genug, wenn so ein Vierbeiner wie der Wind über die Straße fegt, nur um die beiden Welpen zu umtänzeln - kleine niedliche Beardies. Die großen Hunde umzingeln die beiden (natürlich nicht alle Hunde dieser Gegend auf einmal!), lassen ihre großen starken Ruten wild kreisen, oder die armseligen koupierten Stummelschwänzchen zucken hin und her. Sie lecken, lechzen, schnuppern, tänzeln, und die Kleinen finden es herrlich und schibbeln sich in lauter Babywonne und strecken irgendwann alle Viere von sich. Bellen, Kläffen, Leinenverkeilen - Spektakel hoch drei. Störend sind in diesen Situationen stets die Leinen. Aber das muß ja wohl so sein. "Die Hundchen sind aber auch was von süß! schwarz-weißes seidiges Fell, weiße Schwanzspitzchen, weiße Pfötchen und - und - und - ). Welche Instinkte und Gefühle haben diese Hundebabies in der Welt der "schon großen Hunde" (auch wenn diese "klein" sind) ausgelöst! Wir müssen beim Gassigehen stets höllisch aufpassen, daß mancher dicker harter fröhlich um sich schlagender Hundeschwanz den Kleinen nicht um die Ohren gehauen wird. Aber die jeweiligen Frauchen und Herrchen - keuch, keuch -geben ja auch acht. Wie sie sich freuen, die Kleinen, wie sie sich freuen!. Zufrieden ziehen auch die "Großen" stets wieder ab, wenn sie mit ihrer Aufwartung fertig sind. Meine Interpretation des Gehabes der "erwachsenen" Hunde: "Ha tu tu tu tu, ha tututu, wie süß! wie süß! Ei, ei, ei, streichel, streichel, streichel, Bussi, Bussi, schmatz, schmatz. . . "
Inzwischen sind "unsere" beiden Beardies zu Halbwüchsigen herangewachsen. Ganz so groß ist das Hundespektakel nicht mehr. Die Hundeerwachsenenwelt der näheren Umgebung hat sich etwas beruhigt. Aber - man kennt sich und man sieht sich! Und die Freude ist riesengroß bei jedem Treff. 
Bis jetzt sind mir keine "gefährlichen" Hunde begegnet. Ich denke, eine Gefahr bedeuten immer nur die Hundehalter, die Menschen, die ihre Hunde auch zum Bösen beeinflussen können.
Es ist eine gelebte Erfahrung für mich, daß unsere Hundevierbeiner auch noch ihre eigene Welt haben und nicht nur die Welt, in der sie mit uns leben, die wir ihnen aufzwingen. Sie haben eine doppelte Identität zu meistern und müssen damit zurechtkommen. Das ist sehr anerkennenswert. Da haben's wir Menschlein doch leichter - oder etwa nicht? 

 
 

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