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Geschwindigkeit ist keine Hexerei

Um für frischen Nieswurz zu sorgen,
hat sich schon am frühen Morgen
die Hexe in den nahen Wald begeben,
um dies' Kräutlein aus der feuchten Erde zu heben.

Bis abends kehrt sie nicht zurück.
Kräuter sammeln ist ihr Tick.
Und ich, die liebe Hexeline,
hab' niemand da, mit dem ich spiele.
Ganz alleine sitz' ich hier,
hab' weder Bleistift noch Papier.

Ich schleich' mich zur geheimen Tür, der roten.
Die Hexe hat's zwar streng verboten,
dort jemals hineinzuschaun'n.
Doch heute werde ich michs's traun'n!

W a a a s  - nur 'ne alte Besenkammer?
Ein leeres Zimmer, welch ein Jammer!
Faul lehnen Reisigbesen in der Ecke!
Ich frage mich: "Zu welchem Zwecke?"

Ich pack' 'nen Besen unbedacht,
schon ist der Wahnsinn hell entfacht!
Schwuppdiwupp, sitz' ich schon drauf,
fliege gleich zum Fenster raus.
Und eh' ich mich besinnen kann,
liegt hinter uns der Hexentann!

Ich ruf`:"Halt ein, du Reisigknecht!
Laß mich runter! Mir ist schlecht!
Ich will kuschelig hinterm Ofen sitzen,
und müßte ich auch hierbei schwitzen!"

Doch bald erlahmen meine Kräfte.
Es rühren sich die Hexenmächte.
Huidihui, wie schnell wir sausen!
Wie wir durch die Lüfte brausen!
Bin nun ein prima Reiter:
"Schneller, schneller, weiter!"

Ich schnalze mit der Zunge,
schrei' aus voller Lunge.
Städte und Dörfer fliegen vorbei!
O wilde herrliche Hexerei!! - - -

Als 's dunkel wird, löst sich der Bann.
Mein Kreuz und Beine sind fast lahm.
"Bitte, bitte, lieber Reisigknecht,
laß mich runter, mir ist so schlecht!
Hokus, pokus, so halt doch ein!"
Mir fällt kein weitres Sprüchlein ein.

Der Mond und die Sterne sind nun erwacht.
Ich kreische und fliege durch die Nacht.
Wie komm' ich je wieder nach Haus`?
Ich halt' das nicht mehr lange aus!

Da - ein schrilles Gezeter tönt durch die Nacht:
"Fast hättest du sie umgebracht!
Du zehnmal berittener Reisigknecht,
kehre um, sonst geht's dir schlecht!"

Und glaubt mir, dieser Besen,
dies' garstige Hexenwesen
saust mit mir runter auf die Erde,
daß ich fast erschlagen werde,
hör' noch, wie schrill die Hexe lacht,
dann bin ich schweißnaß aufgewacht.

Die Geschichte wäre damit zu Ende,
wenn sie nicht eine reale Fortsetzung fände.
Ein Bad, ein Frühstück ohne Frage
sind fast das Beste von diesem Tage.

Und dann,
irgendwann
an jenem Morgen
sind vergessen meine Sorgen,
bin ich ohne Hexerei
mit offenen Sinnen voll dabei.

Schwuppdiwupp, wo sitz ich drin
und fahr' gleich zur Marjon hin?
Eh' ich mich besinnen kann,
sind wir auf der Autobahn!
Ich schnalze mit der Zunge,
sing' aus voller Lunge.
Städte und Dörfer fliegen vorbei.
Dies' Auto macht mich wirklich frei!

Noch etwas ist sehr interessant:
Mein "Gefährt(e)" läßt mir freie Hand,
hilft mir, bequem überall hinzuflitzen,
läßt mich gemütlich dabei sitzen,
hilft mir, Weiten zu überwinden,
und ohne Streß einen Parkplatz finden.

Ich schreib' das hier so ungeniert -
wohl dem, der seine Technik spürt!
Denn nur einer, der versteht es,
der Benjamin vom Stern Mercedes.
Und alle finden ihn wunderbar
den "Kleinen" aus der Klasse "A".