Wie
wunderbar, da so hineinzulauschen
-
Frühlingsanfang -
Wie
wunderbar, da so hineinzugeh´n,
in
eine Welt voller Sonnenschein.
Ich
lausche begierig in den Äther hinein,
höre
das knospende, pochende Grün der Bäume,
spüre
ihr halbwaches Staunen und Raunen: „Ich träume?“
Eine
Blattspitze, eine Blütenknospe
seufzen
erlöst den Winterschlaf in den Sphäre.
Noch
schaukeln sie in der Fähre
auf
dem Totenfluss, die sie hinüberbringt,
dahin,
wo alles lacht und alles singt.
Dann
strecken sie verwegen
ihre
spitzen Blattdegen
den
wärmenden Strahlen der Sonne entgegen
mühsam
durch die glatte sich lockernde Rinde.
„O,
ich finde,“
sagt
ein zierlich Blättchen befreit,
„es
wurde auch die höchste Zeit.
Eingesperrt
im dünnen Zweig
hab
ich viel zu lang´geschlafen.
Wie
finster war´s im Winterreich!
Danke
schön, ihr Frühlingsharfen
für
die himmlisch´ Melodei.
Zärtlich
lockte sie: „Mach dich frei.“
Ach,
wie in ich fidel und munter,
färb
das Bild der Welt ein wenig bunter.
O
goldene Sonne, wärm´mir mein kleines Herz.
Bitte,
erspar mir des Nachtfrostes Schmerz!“
Ich
lausche begierig in den Äther hinein.
Meinen
Kopf vergoldet der Sonnenschein.
Zarte
Glöcklein hör ich die Antwort klingen:
„Wie
soll es mir gelingen, euch zu beschützen?
Was
können meine Strahlen denn nützen,
wenn
der kalte Reif die Nacht benetzt,
wenn
die harten Stürme weh´n?
So
will es das Naturgesetz,
dass
die „Heiligen Drei“ so spät erst geh´n.
Vorwitziges,
zartgliedriges, unbehütetes Blättchen
verteidige
selbst dein Lebensplätzchen.
Ich
gebe mein Bestes und wärme dein Herz.
Komm,
lass meine Strahlen dich küssen.“
Die
Blättchen – sie strecken sich himmelwärts
Und
liegen der Sonne zu Füßen.
Es
flötet, es zirpt, es stöhnt und es knackt.
Wie
viele Leben sind sonst noch erwacht?
Ich
ziehe meinen Kopf aus dem Äther zurück,
schenke
uns Menschen wieder den Blick.